Darstellendes Spiel – Schultheater

von Peter Papst

Ein wichtiger Aspekt der Schule ist es, den Heranwachsenden in den verschiedensten Bereichen des Lebens zu fordern, zu unterstützen, Interessen zu wecken, seine Persönlichkeit mitzuentwickeln und seine Begabungen zu fördern – dies gilt vor allem für die Kreativität, die in jedem von uns steckt.

Schultheater ist „Lernen – im weitesten Sinne – durch Erfahrung“.

Es fordert alle Beteiligten heraus - es provoziert über den eigenen Schatten zu springen, auf einander zuzugehen, in andere Persönlichkeiten einzutauchen, sie auf der Bühne phantasievoll zu entwickeln und diese dort zur eigenen zu machen .

Schultheater ist kreatives Teamwork und ein Training der sozialen Kommunikation.

Seit etwa 18 Jahren wird an unserer Schule Schultheater im weitesten Sinne betrieben.

Angefangen hat es mit einem Projekt der damaligen beiden dritten Klassen :

„Der Vogelkönig“ – das erste Kindermusical in Graz.

Die Musik ( ebenso die musikalische Erarbeitung mit den Schülern ) stammt aus der Feder von Philipp Rottensteiner, die Textbearbeitung und die Regie oblag mir.

Der gelungenen Premiere in der Schule folgte eine Tournee durch zahlreiche Grazer Schulen,

  • vier ausverkaufte Vorstellungen im Haus der Jugend mit einer Fernsehaufzeichnung,
  • eine Einladung ins Wiener Rathaus und ein Gastauftritt in einer Jugendsendung des ORF.
  • Als fast logische Konsequenz erfolgte ein Jahr später im OPUS – Studio die Plattenaufnahme dazu – mit Rainhard Fendrich, der den Part des Erzählers freundlicherweise übernommen hatte.

In den folgenden Jahren konzentrierte sich Koll. Rottensteiner auf seine Instrumentalgruppen und ich begann mich intensiver mit dem Sprechtheater zu beschäftigen.

Aus Mangel an geeigneten moderner Theaterstücke für Kinder und Jugendliche und aus Freude am Schreiben entstanden in den letzten 12 Jahren von mir zahlreiche Theaterstücke, die ich alle mit den Schülern unserer Schule an den verschiedensten Spielstätten in Graz, wie dem Heimatsaal, dem großen Minoritensaal, dem Kulturzentrum in Strassgang, auf der Grazer Messe, dem Theater am Ortweinplatz und natürlich auch in unserer Schule aufgeführt habe:

*      „Die Seife – oder: Alle Jahre wieder“ (1990)

*      „Ist das Weihnachten?“ (1991)

*      „Die Wahrheit über die Entdeckung Amerikas“ (1992)

*      „Rumpelstolz“ (1993)

*      „Weihnachtsnotstand“ (1994/1995)

*      „Nikolaus und die Chorprobe“ (Textbearbeitung 1995)

*      „Die Haus – Besorger“ (1999)

*      „400 Jahre Ferdinandeum – Sketche“ (2002)

Eine gekürzte Fassung von  „Weihnachtsnotstand“ ist 1995 im Veritas – Verlag erschienen.

Theateraufführungen setzen allerdings eine breite Zusammenarbeit innerhalb des Lehrkörpers voraus (Organisation, Kostüme, Kulissen, musikalische Umrahmung etc.), die bei uns an der Schule hervorragend klappt, worauf ich sehr stolz bin.

In den letzten Jahren wurde es auf Grund der Einsparungen im Schulbereich, die auch Stundenkontingentkürzungen zur Folge haben, leider unmöglich, Darstellendes Spiel als Unverbindliche Übung weiter anzubieten.

Da die Erarbeitung eines Theaterstückes sehr zeitaufwendig und intensiv ist, ist verständlicherweise derzeit die nächste Produktion noch in der Warteschleife – aber sie kommt!