Neuer MINDT-Unterricht begeistert Mädchen wie Burschen

NMS EDV-Ferdinandeum Graz erprobt neue Wege um SchülerInnen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Deutsch und Technik zu gewinnen

Im Rahmen eines IMST (Innovationen Machen Schulen Top)-Projekts, wird zurzeit an der NMS EDV-Ferdinandeum Graz der traditionelle Unterricht reformiert. Mathematik, Informatik, Physik und Technisch Werken werden - anstatt wie bisher einzeln - nun teilweise in Form von fächerübergreifenden Unterrichtssequenzen gelehrt. Die SchülerInnen lernen mit selbst gebauten und selbst programmierten Robotern, praxisnah und eigenständig, Probleme zu lösen. Diplom-Pädagogin Sigrid Wozonig erklärt dazu: „Im Projekt „NMS+robots“ (Neue MINDT-Sequenzen mit Robotern) verwirklichen wir bis Ende des Schuljahres 2015/2016 einen schülerinnenzentrierten und weitgehend projektorientierten, interdisziplinären MINDT-Unterricht. Neben Konstruktionsaufgaben führen unsere SchülerInnen Fertigungsaufgaben, technische Experimente, Produktanalysen, Erkundungen und Fallstudien durch. Dabei erwerben sie nicht nur Wissen über Mathematik, Informatik, Physik und Technik, sondern verknüpfen dieses über mehrere Fachgebiete hinweg und wenden es aktiv an. Indem wir keine Fächer sondern ausschließlich Inhalte vermitteln, beteiligen sich unsere SchülerInnen ohne Ängste und Vorbehalte am Unterricht. Das experimentelle Arbeiten mit Lego Mindstorms Education EV3 und WeDo 2.0, die praktischen Aufgaben sowie die ergebnisoffenen technischen Herausforderungen aktivieren und motivieren sie zusätzlich. Mädchen wie Burschen zeigen großen Spaß daran, sich abstrakten Inhalten anzunähern und diese zu erforschen. Neben Fach- und Methodenwissen fördern wir mit diesem MINDT-Unterricht auch die Kommunikation und Bewertung, die eigenverantwortliche Projektentwicklung im Team, sowie die Sozial- und die Selbstkompetenz unserer SchülerInnen“.

OECD- und PISA-Studien belegen, dass die Leistungen österreichischer SchülerInnen in Mathematik und in den Naturwissenschaften verbesserungswürdig sind. Sehr häufig korrespondiert die mangelnde Bildung in diesem Bereich mit pauschaler Ablehnung. Industrie und Wirtschaft klagen daher seit geraumer Zeit über das mangelnde Interesse unserer Jugendlichen für Technik und MINDT-Berufe. Das trifft im besonderen Maß auf Mädchen zu. Mit einer neuen Unterrichtsform und innovativen Unterrichtsmethoden zeigt die NMS EDV-Ferdinandeum erfolgreich Wege auf, die aus diesem Dilemma führen. SchülerInnen stellen sich in Teams und Gruppen Aufgaben, die sich an ihrer Lebenswelt orientieren. Fragen wie „Wozu brauch‘ ich das überhaupt?“ gehören der Vergangenheit an. Sie planen, entwerfen, bauen und vollziehen dabei Konstruktionsprozesse nach, die auch Wissenschaftler und Ingenieure anwenden. Die Programmierung ihrer Robotermodelle ähnelt der von computergesteuerten Maschinen in der Industrie. Die SchülerInnen vertiefen sich in Gleichungen mit Variablen, im Umgang mit Maßangaben und Umrechnungen am Beispiel Strecke sowie den Einsatz von Kreisumfang und Gradmessungen. Sie lernen Beziehungen zwischen Größenangaben herstellen und setzen sich mit linearen Gleichungen und Gleichungssystemen auseinander. Sie lernen Untersuchungen und Experimente zu entwickeln und zu planen, um Beobachtungen durchzuführen und Voraussagen zu überprüfen. Aber auch die Ideenfindung im Team zu dokumentieren und zu optimieren. Mit Lernen durch Lehren, kooperatives Problemlösen und Erfahrungsaustausch spricht man Schülerinnen wie Schüler gleichermaßen an. Themen wie Kräfte und Wechselwirkungen, Kinematik und Mechanik, Statik, Bewegung und mehr werden für die SchülerInnen interessant, greif- und begreifbar. Mit dieser praxisnaher Einbindung von Technikbildung in den regulären Schulunterricht, erhalten Burschen wie Mädchen echtes Basiswissen für eine Vielzahl technischer Berufe. Die SchülerInnen werden auf diese Weise nicht nur Job-fit gemacht, auch ihr Interesse für technische Berufe wird gefördert. So macht Schule Spaß und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich.

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