Informatik

Schule 4.0. – jetzt wird’s digital

Statement des Bundesministeriums für Bildung: Die Welt, in der wir leben, die Art, wie wir arbeiten, unsere Freizeit gestalten, miteinander kommunizieren und uns informieren, ändern sich rasant. Neue Technologien überholen sich innerhalb kürzester Zeit. Welche Innovationen bereits in zehn Jahren Teil unseres Alltags sind, ist heute kaum abzuschätzen. Wie bereiten wir uns als Gesellschaft darauf vor? Welche Fähigkeiten, welches Wissen erfordert die Arbeitswelt von morgen?

Eines steht fest: Die Zukunft ist digital. Um sie mitgestalten zu können, sind nicht nur Innovation und Kreativität wichtig, sondern auch technisches Know-how. Aufgabe der Schule ist es, unseren Kindern und Jugendlichen das nötige Werkzeug an die Hand zu geben, um auf die zukünftigen Entwicklungen und Herausforderungen vorbereitet zu sein.

Am Ende der achten Schulstufe sollen Jugendliche informatische Grundkenntnisse sowie den Umgang mit Standardprogrammen beherrschen. Zweiter Schwerpunkt ist die Vermittlung des kritischen Umgangs mit sozialen Netzwerken, Information und Medien. Mit „digi.komp 8“ werden die Kompetenzen festgelegt, die SchülerInnen am Ende der achten Schulstufe aufweisen sollen.

Für das Gelingen einer digitalen Schule braucht es drei Säulen: Die entsprechende Infrastruktur, ein entsprechendes Unterrichtsfach, sowie digitale Lehrmittel für moderne Pädagogik.

Seit nunmehr bereits 25 Jahren ist das im EDV-Ferdinandeum bereits „Normalität“. Um all das auch umzusetzen, ist die Schule auch technisch sehr gut ausgestattet. 29 iPads, die sich die Schule selbst „erarbeitet“ hat und zwei EDV-Räume sind das Grundgerüst, um digitalen Unterricht bieten zu können. Ein ganz großer Sprung in die digitale Welt gelang mit der Installierung des österreichweiten einzigen aktiven LEIS (Lego Education Innovation Studio) im vorigen Schuljahr. Dass die PCs veraltet sind und ein leistungsfähiges WLAN zum Teil von LehrerInnen selbst bezahlt wird trübt den Gesamteindruck allerdings noch gewaltig. Hier hat der Schulerhalter aber Verbesserung in nächster Zukunft zugesichert.

„Graz ist eine zukunftsfitte Stadt und muss dies auch in Zukunft bleiben“, ist Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner überzeugt. „Die digitale Bildung wird zu einer der entscheidenden Schlüsselkompetenzen für die Zukunft werden.“ In der vergangenen Gemeinderatsperiode wurden rund 43 Mio. Euro in den Ausbau der Pflichtschulen investiert. Weitere 25 Mio. Euro sollen in der kommenden Periode folgen. Darüber hinaus will Hohensinner noch zusätzliche Mittel aufbringen, um möglichst viele Schulstandorte mit moderner digitaler Technik auszustatten. „Wir brauchen moderne Bildungsinfrastruktur, damit wir unseren Kindern auch digitale Kompetenzen beibringen können. „Ich will einen Modernisierungsschub für die Schulinfrastruktur und damit Graz zur modernsten Bildungsstadt Österreichs machen“, so der Stadtrat.

Es geht nicht darum, die digitale Bildung gegen die analoge auszuspielen, sondern darum, beide Welten sinnvoll miteinander zu verbinden. Die Digitalisierung kann weder sämtliche Probleme des Bildungssystems lösen, noch alle Inhalte und Fähigkeiten vermitteln, die SchülerInnen auf ihrem Weg durchs Leben brauchen. Empathie und Interesse, Vertrauen und Moral – vieles, was eine Persönlichkeit ausmacht, wird auch in Zukunft mehr durch Menschen als durch Maschinen vermittelt. Bildung ist zu einem wichtigen Teil Beziehungsarbeit – dafür sind Tablets weniger geeignet. Doch digitales Lernen kann dazu beitragen, dass jeder die Möglichkeit erhält, sein Wissen zu erweitern und so seine persönlichen Talente zu entfalten.

(Auszüge aus: „Die digitale Bildungsrevolution“, J. Dräger/ R. Müller-Eiselt; Deutsche Verlags-Anstalt,)